17. August 2011 Werner Dreibus

Anstehenden Lohnkürzungen bei der Baunataler Diakonie Kassel

Die Arbeit der Menschen in den Behindertenwerkstätten muss angemessen honoriert werden, erklärt Werner Dreibus, Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE. Er fordert die Geschäftsführung der Diakonie deshalb auf, die Lohnkürzungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderungen zurück zunehmen und statt auf Lohndumping auf eine faire Bezahlung für ein menschenwürdiges Leben zu setzen.

Die Baunataler Diakonie Kassel beschäftigt etwa 200 Menschen mit und ohne Behinderung und insgesamt 2800 Mitarbeiter (Stand 11.02.2010 Quelle: Baunataler Diakonie Kassel e.V.). Sie forderte auf Grund der schlechten Wirtschaftslage und auf Preisdruck von VW, SMA und anderen großen Auftraggebern, dass der Lohn der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderungen um 30 Prozent gesenkt wird.
Diese Forderung wurde mittlerweile dank des Drucks der Werkstatträte auf eine Lohnkürzung von 10 Prozent reduziert.

Menschen mit Behinderungen bekommen von der Sozialhilfe 600 Euro monatlich.
Zusätzlich erhalten sie von der Diakonie ein Entgelt von maximal 200 Euro im Monat. Das entspricht einen maximalen Tagessatz von 10,50 Euro pro Tag bzw. einem Stundenlohn von maximal 1,60 Euro. Es kann nicht angehen, dass dieser geringe Lohn jetzt um weitere 10 Prozent gekürzt wird. Arbeit ist nur dann integrativ wenn sie angemessen und fair bezahlt wird - das gilt für Menschen mit und ohne Behinderungen.