„Die Rente mit 67 ist armutsfördernd und unsozial“, so der Bundestagsabgeordnete Werner Dreibus (DIE LINKE.) aus Hanau. „Nur die Wenigsten schaffen es, bis 67 voll erwerbstätig zu sein, um ohne Abschläge die gesetzliche Rente zu erhalten. Die Mehrheit wird weniger haben. Dazu kommt der Trend, dass Geringverdiener im Alter zukünftig wohl früher sterben als noch vor 10 Jahren. Die Rente mit 67 ist deshalb ein Sozialskandal erster Güte und gehört abgeschafft.“
Aus der Antwort auf eine Große Anfrage der LINKEN im Bundestag gehe hervor, dass nicht einmal ein Fünftel aller 60- bis 64-Jährigen einer Vollzeitbeschäftigten nachgingen. Logischerweise reduzierten sich dann auch deren Rentenansprüche entsprechend.
Ebenso eindeutig sei, dass die durchschnittlich steigende Lebenserwartung leider nicht die Bevölkerungsgruppe der geringverdienenden Rentner betrifft. Männer mit mindestens 35 Versicherungsjahren, die weniger als drei Viertel des Durchschnittseinkommens bezogen und entsprechend geringere Rentenansprüche hätten, seien 2010 durchschnittlich um eineinhalb bis zwei Jahre früher gestorben als noch 2001.
„Wer ein unterdurchschnittliches Einkommen hat und deshalb nur eine kleine Rente bezieht, lebt also kürzer und nicht länger“, so Werner Dreibus weiter. „In Anlehnung an den Schlager von Udo Jürgens müsste man sagen: Mit 67 Jahren, da fängt das Leben an – von wegen!
Wer nicht will, dass man an der Rentenhöhe die durchschnittliche Lebenserwartung ablesen kann, dass es nicht nur eine Spaltung in arm und reich, sondern auch ein vom Geld abhängiges kürzeres und längeres Leben gibt, der muss die Rente mit 67 abschaffen. Dies ist auch zu finanzieren, wenn etwa mit Hilfe eines Mindestlohnes von 10 Euro und einer an der Produktivitätsentwicklung orientierten Lohnentwicklung die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung erhöht würden. Deshalb hat die LINKE auch einen entsprechenden Antrag zur Abschaffung der Rente mit 67 in den Bundestag eingebracht. Alle anderen Fraktionen müssen sich dann entscheiden, ob sie die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreiben wollen oder nicht.“
Große Anfrage und Antwort der Bundesregierung.
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