„Am 26. September jährt es sich zum achtundzwanzigsten Mal, dass ein Atomkrieg durch das couragierte Verhalten eines sowjetischen Offiziers verhindert wurde“, so der Bundestagsabgeordnete der LINKEN aus dem Wahlkreis Hanau, Werner Dreibus, in einer Presseerklärung. „Dass Oberstleutnant Stanislav Petrov als diensthabender Offizier im sowjetischen Kontrollzentrum für Atomwaffen einen vermeintlichen Angriff der USA als Fehlalarm einstufte, war ein großes Glück für die Menschheit.“
Im Herbst 1983 habe die so genannte Nachrüstung im damaligen Westen unmittelbar bevorgestanden. In dieser angespannten Lage habe dann am 26. September das sowjetische Raketenwarnsystem den Start von fünf US-amerikanischen Interkontinentalraketen mit insgesamt 50 Atomsprengköpfen gemeldet.
Es grenze an ein Wunder, so Dreibus weiter, dass es in dieser Situation des gegenseitigen Misstrauens und des Rüstungswettlaufs der beiden Supermächte ausgerechnet ein Offizier der Sowjetarmee war, der einen Nuklearkrieg verhinderte. Petrow teilte seinen Vorgesetzen mit, dass es ein Fehlalarm sei, obwohl es keine Anzeichen dafür gab. Ein sowjetischer „Gegenschlag“ unterblieb deshalb. Erst im Nachhinein stellte sich der vermeintliche Raketenstart in den USA als Reflexionen des Sonnenlichts in der Atmosphäre heraus, die sich in den Objektiven der Frühwarnsatelliten spiegelten.
„Wir haben,“ schlussfolgert Werner Dreibus, „in dieser Situation eine Menge Glück gehabt – und einen Offizier mit Zivilcourage. Dies sollte uns auch heute noch mahnen, statt militärischer Abschreckung auf zivile Konfliktlösungsstrategien zu setzen und, wenn man schon Militär haben will, dieses so auszurüsten, dass es verteidigen, aber nicht angreifen kann. Besonders gilt dies im Nahen Osten, wo durch unablässige Aufrüstung auch mit deutschen Rüstungsexporten die Voraussetzungen für eine zivile Konfliktlösung unterhöhlt werden.
DIE LINKE setzt sich deshalb nicht nur für zivile Konfliktlösungen ein, sondern auch für das Verbot von Rüstungsexporten sowie gleichgewichtig für Programme zur Konversion von Rüstungsproduktion in die Herstellung von ökologischen und zukunftsfähigen Produkten.