31. August 2010 Werner Dreibus

Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke heißt: Profite vor den Menschen

„Auch bei der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke handelt die Politik von CDU und FDP vor allem im Interesse der großen Energiekonzerne“, so Werner Dreibus, der Bundesgeschäftsführer der LINKEN und Bundestagsabgeordnete aus Hanau, in einer Stellungnahme. „Dabei sind ihr die Profite Weniger wichtiger als Sicherheitsprobleme oder die Gesundheit der Bevölkerungsmehrheit.“

Die schwarz-gelben Atompläne entbehrten jeglicher fachlicher Grundlage und sind gefährlich, so Dreibus weiter. Seit Jahren werde in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht. Auch das Umweltministerium habe erst kürzlich seine Prognose für erneuerbare Energien von etwa 30 Prozent Anteil an der Energieerzeugung auf knapp 40 Prozent bis 2020 nach oben korrigieren müssen. Von daher wäre sogar ein beschleunigter Atomausstieg leicht möglich. Durch den rot-grünen Atomkonsens seien vor zehn Jahren die AKW-Sicherheitsstandards eingefroren worden. Deutsche Atommeiler hinkten daher dem Stand der aktuellen Sicherheitstechnologie meilenweit hinterher. Längst gäbe es auch starke Hinweise auf Gesundheitsgefährdungen im Normalbetrieb von Atomkraftwerken: „Das Risiko für 0-4jährige Kinder an Leukämie zu erkranken nimmt zu, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerkstandort liegt. Das ist das Ergebnis einer Ende 2007 veröffentlichten Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde“, so das Umweltinstitut München auf seiner Website. Doch statt dass bei der Regierung (bis 2009 CDU und SPD) die Alarmglocken klingelten, sollen nun die Laufzeiten für AKW´s verlängert werden. „Die Prioritäten dieser Regierung“, so Dreibus, „sind offensichtlich: Profite vor den Menschen.“
DIE LINKE habe demgegenüber eine eindeutige Position: So wie in der Arbeits- und Sozialpolitik müsse auch in der Energiepolitik der Mensch zuerst kommen. Priorität hätten deshalb bei den Energiequellen die Energieeinsparung und die erneuerbaren Energien. Neue Großkraftwerke und die Verlängerung der AKW-Laufzeiten seien überflüssig. „Sie schaden dem Klima und den Menschen zum Nutzen einiger Weniger“, so Dreibus abschließend. „Was fehlt, ist eine Umorientierung mit dem Ziel: Menschen vor Profite.“